Schnelle wendige kleine Boote nahmen das „Gut“ dann an Bord, um es an die Küste zu transportieren oder sie warfen die Kisten einfach in Wasser und die Flut transportierte sie dann an Land, wo die Kunden schon sehnlichst warteten. Als Umschlagplatz galt Nassau, unter englischer Verwaltung. Viele Inseln von der Ostküste erlebten eine ungeahnte Blüte und haben von der Prohibition sehr profitiert.
Im Süden ist Florida ringsum von Wasser umgeben, wie geschaffen für umsichtige Banden, die vor allem Rum aus Kuba und den westindischen Inseln anlandeten.
Im Westen war Vancuver der zentraler Umschlagplatz in Kanada, für den „Handel“ mit den USA und die Versorgung der Westküste hatte ein findiger ehemaliger Polizist in der Hand.
Aber auch die großen Seen im Nord-Osten mit ihren vielen kleinen Buchten erlebten einen regen Schmuggelverkehr. Detroit, in direkter Nachbarschaft zu Kanada, war der Umschlagplatz auf amerikanischer Seite und belieferte vor allem Chicago. Der Export von Liqour aus Kanada in die USA war aus kanadischer Sicht völlig legal und der kanadische Staat kassiert kräftig mit. Von 1922 1,4 Mill. Dollar schoss er bis 1929 auf 32,4 Mil. Dollar hoch. Daran kann man erkennen, von welchen Dimensionen wir hier reden. Das sind keine kleinen Schmuggler mehr, die ein paar Fässer Whiskey über den Huronsee schippern, das ist wieder eine große Industrie, mit aller dafür notwendiger Logistik, trotz lligalität.